Druckansicht Landschulheim Schloss Heessen



13er Kunstkurs gestaltete den Warteraum der Intensivstation 1b

Einen schwierigen Auftrag hatte der Grundkurs Kunst der Jahrgangsstufe 13 (Jörg Euteneuer, Constanze Pfleiderer, Nadja Wernado, Laura Heyn, Sonja Tigges, und Maria Föhre) des Landschulheims Schloss Heessen unter der Leitung von Kunstlehrer Carsten Spiegelberg bei seinem neuen Projekt mit der St. BARBARA-Klinik zu bewältigen. Galt es doch, den Warteraum der Intensivstation 1b neu zu gestalten. Einen sensiblen Bereich also, in dem die Angehörigen oft gefühlsmäßig aufgewühlt sind. Seit drei Tagen hängen die acht Objekte, und alle Beteiligten sind sich einig: Das Projekt ist gelungen.
Nach den Herbstferien wurden die ersten Kontakte geknüpft. Die Initiative ging von den Mitarbeitern der Station 1b aus, die dem bis dahin tristen Raum ein neues Gesicht geben wollten. Eine künstlerische Zusammenarbeit zwischen Klinik und dem Schloss gibt es schon seit mehr als zehn Jahren. So ergab es sich fast von selbst, dass die Klinik auch mit diesem Vorhaben an das Landschulheim herantrat.
Die Schüler begannen ihre Arbeit mit einer Besichtigung des Raumes, und führten Gespräche mit den Angehörigen. Daraus erarbeiteten sie Ideen, diskutierten diese in der Klasse und mit den Projektverantwortlichen in der Klinik. Schließlich fertigten sie Entwürfe an, die dann in der Klinik vorgestellt wurden. „Es war nicht von vornherein klar, dass die Klasse den Auftrag auch bekommt“, stellte Spiegelberg fest. Doch die Entwürfe fanden Gefallen.
Bei der Ausführung mussten die Schüler auf der Suche nach der besten Umsetzung auch die Tücken unterschiedlicher Materialien bewältigen. Sogar die farbliche Gestaltung des Raumes stammt von ihnen und rief zunächst zum Teil heftige Diskussionen hervor. Spiegelberg lobte das große Engagement der Jugendlichen. Sie hätten äußerst selbstständig gearbeitet und das Projekt auch während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit alleine fortgeführt. Der Raum sei eine Visitenkarte für die Schule.
Ergänzend wurde ein Faltblatt zum Gestaltungskonzept des Raumes erarbeitet. Hier geben die Künstler knappe Hinweise für die Betrachter. Spiegelberg dankte der Klinik für die zusätzliche Visitenkarte.
Werner Messink von der Pflegedienstleitung bezeichnete die Zusammenarbeit als eine sehr spannende Zeit. Das Projekt passe gut ins Leitbild des Trägers, denn man wolle öffentliche Verantwortung über die reine Krankenversorgung hinaus wahrnehmen. Die Besucher seien zur Auseinandersetzung mit den Kunstwerken aufgefordert. Durch ein Gästebuch gebe man ihnen auch die Möglichkeit zu einer Rückmeldung.
(J. Best, Westfälischer Anzeiger, 03.02.2006)