Druckansicht Landschulheim Schloss Heessen



Bilder bringen Dialoge in Gang

Ausstellung des LSH-Leistungskurses Kunst im Seniorenheim St. Stephanus
Die beiden Häuser verbinden inzwischen mehrere gemeinsame Projekte

„Da ist ein kleiner Stein ins Wasser geworfen worden, der aber große Kreise gezogen hat.“ Als Paul Gosing, Leiter des Seniorenheims St. Stephanus gestern die Ausstellung „Dialogische Bilder“ eröffnete, war er sichtlich erfreut über die inzwischen zahlreichen Gemeinschaftsprojekte mit dem Landschulheim Schloss Heessen (LSH). Wie sich die Zusammenarbeit entwickelte, schilderte Gosing in der Eröffnungsrede. Am Anfang habe das Problem gestanden, eine große Wand mit einem Bild zu gestalten. Über Gerda Hunsteger-Petermann, die zum einen im Heimbeirat sitzt und gleichzeitig Lehrerin am Schloss ist, kam der Kontakt zustande. Aus dem Wandbild wurde die Gestaltung des ganzen Strandcafés im Wohnbereich 5. In der Folge entstand die Idee, den großen Wintergarten des Seniorenheims als Atelier zu nutzen. Zwei Tage verbrachte der 13er Leistungskurs Kunst im vergangenen August dort und malte unter den Augen der Bewohner und Besucher Bilder. Ivo Billinger, Christoph Gehrke, Isabelle Hanke, Amara Hordt, Tobias Jücker, Felix Lehmann, Susanne Mersmann, Elisa Meyer, David Mitzkus, Sophia Seifert, Sebastian Untiedt und Eva Wüller standen in dieser Zeit auch Rede und Antwort zu ihren Werken. Schließlich entwickelte sich auch noch ein soziales Projekt, bei dem Schlossschüler regelmäßig Bewohner des Seniorenheims besuchen (WA berichtete).
Zwölf Bilder in eher naturalistischer Darstellung sind nach der Malaktion dauerhaft im Seniorenheim verblieben und schmücken seither einige Wände. Die zwölf jungen Künstler hatten sich die Orte selbst ausgesucht. Zu sehen waren gestern zusätzlich die zwölf eher abstrahierenden Zwillingsbilder, die die Schüler behalten. Mit ihren beiden Werken stellten sie sich nach der Ausstellungseröffnung in den einzelnen Wohnbereichen dem Dialog mit den Betrachtern.
Kunstlehrer Carsten Spiegelberg verwies in seiner Rede noch auf weitere Dialoge, die durch die Bilder entstanden sind: “Hier haben zwei Häuser zusammengefunden, die sich jetzt austauschen“, sagte er. Es gebe den Dialog zwischen der mehr naturalistischen und der abstrahierenden Darstellung der Motive. Entstanden sei schließlich ein Dialog zwischen den Generationen.
(J. Best, Westfälischer Anzeiger, 28.02.2008)