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Große Resonanz und gute Stimmung beim Bürgerinformations-Abend am 24.09.2015

 

Gut 400 Bürgerinnen und Bürger haben den öffentlichen Informationsabend "Flüchtlinge in Oelde" besucht, um Pläne sowie Details zur Unterbringung von Asylbewerbern in ihrer Stadt zu erfahren.

 

Bürgermeister Karl-Friedrich Knop betonte einleitend die humanitäre Verpflichtung, den in Kürze in Oelde eintreffenden Flüchtlingen ein Leben in Sicherheit zu bieten. "Wir möchten ihnen eine menschenwürdige Unterkunft bieten, sie versorgen, sie unterstützen, ihnen Integration zuteil werden lassen." so Knop. Mit Beifall bekräftigten die Anwesenden Knops Dank an die Ehrenamtlichen, denen es in hervorragender Weise gelungen sei, eine Willkommenskultur in Oelde zu schaffen.

 

Mit großem Interesse verfolgten die Besucher zunächst die Erläuterungen von Jakob Schmid, Fachbereichsleiter Soziales, der mit Zahlen und Fakten strukturiert über die aktuelle Situation, die neue Unterkunft an der Overbergstraße sowie über die neue Notunterkunft am Landhagen informierte.

 

Detlev Weißenborn und Werner Barnhusen vom DRK Kreisverband Warendorf-Beckum e.V., Betreiber der Notunterkunft, beantworteten mit den Vertretern der Stadt Oelde die vielen, auch einzelne kritische Fragen der Besucher.

 

Mechthild Gröver, Fachdienstleiterin Soziales, informierte im zweiten Teil des Abend über die vielfältigen Möglichkeiten, sich ehrenamtlich in die Flüchtlingshilfe einzubringen. Peter Samtenschnieder stellte sich als zukünftiger Ansprechpartner für die Oelder Flüchtlings-Initiative vor und warb bei den Anwesenden um Unterstützung.

Die Angebote der Volkshochschule Oelde-Ennigerloh stellte Heike Ewers vor. Dabei informierte sie über ein Fortbildungsangebot,  dass sich an Ehrenamtliche richtet, die Flüchtlinge in der deutschen Sprache unterrichten möchten.

Mechthild Gröver nahm zugleich mögliche Berührungsängste: "Die Sprache ist nicht wichtig. Seien Sie mit Spaß dabei. Dann erhalten Sie viel Freude durch Menschen anderer Kulturen zurück."

 

Mit großem Beifall endete ein Abend, der von einer positiven und aufgeschlossenen Grundhaltung der Anwesenden gekennzeichnet war.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild zeigt v.l.n.r. Detlev Weißenborn und Werner Barnhusen vom DRK-Kreisverband Beckum-Warendorf, Bürgermeister Karl-Friedrich Knop sowie Peter Samtenschnieder

 

 

Grußworte des Bürgermeisters

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,

 

zu dem heutigen Informationsabend rund um das Thema Asylsuchende und Flüchtlinge in Oelde begrüße ich Sie sehr herzlich. Ich freue mich sehr über das große Interesse der Bevölkerung an dieser Thematik und an den Fragen und Sachverhalten, die wir heute klären und erklären möchten.

 

Meine Damen und Herren, aus vielen Ländern suchen derzeit Menschen Zuflucht vor politischer Verfolgung und Krieg. Ihre Dörfer wurden zerstört, viele haben alles verloren und fliehen aus Angst vor Gewalt und Krieg.

 

Die Situation bei der Unterbringung und Betreuung von Asylbegehrenden in Nordrhein-Westfalen spitzt sich in den Kommunen dramatisch zu. Derzeit erreichen allein pro Woche etwa 7.000 Flüchtlinge Nordrhein-Westfalen, Tendenz weiter steigend. Für das gesamte Jahr 2015 rechnet das Land mittlerweile mit rund 200.000 Flüchtlingen. Im Vergleich dazu das Jahr 2014, da waren es insgesamt 40.000 Flüchtlinge, also eine Steigerung um das Fünffache.

 

Wenn es diesen Menschen unter oftmals großen Entbehrungen und schmerzlichen, überaus belastenden Erlebnissen gelungen ist, nach Deutschland zu flüchten, hoffen sie auf ein Leben ohne allgegenwärtige existentielle Not. Sie hoffen auf ein Leben ohne Angst. Und diesen Menschen möchten wir helfen!

 

Wir möchten ihnen eine menschenwürdige Unterkunft bieten, sie versorgen, sie unterstützen, ihnen Integration zu Teil werden lassen.

 

In Oelde und in den Ortsteilen Lette, Stromberg und Sünninghausen ist bereits eine überaus vorbildliche Willkommenskultur und eine Hilfsbereitschaft in ausgeprägtem Maße entstanden und gewachsen, die mich froh und auch stolz macht. Denn ohne diese Hilfe, ohne das ehrenamtliche Engagement könnten wir die Aufgaben, die sich uns stellen, nicht bewältigen.

Meinen herzlichen Dank und meinen aufrichtigen Respekt darum an all die Ehrenamtlichen, die bereits so viel leisten, für die Zeit, die Sie opfern. Für all die zahlreichen und vielfältigen Hilfsangebote, ob Kleiderspenden, Sprachkurse, Schwimmkurse, Begleitung bei Behördengängen, - die Liste lässt sich noch lang weiterführen – vielen, vielen Dank dafür.

Und auch für Ihr „offenes Ohr“, das den Menschen oft am meisten hilft bei ihren Zukunftsängsten, bei ihren Sorgen und Nöten. Sie haben sich aus Überzeugung und mit einer herausragenden Motivation einer Herausforderung angenommen, die wir alle nur gemeinsam stemmen können. Und daher danke ich Ihnen insbesondere auch für diesen Schulterschluss.

 

Meine Damen und Herren, derzeit leben rund 210 Flüchtlinge in Oelde, davon 28 Personen in Sünninghausen, 93 in Stromberg und 23 in Lette. Die Bezirksregierung Münster hat aktuell angekündigt, dass die Stadt Oelde kurzfristig eine Notunterkunft für rund 200 Asyl suchende Menschen einzurichten hat. In allen größeren Kommunen des Kreises Warendorf wird in diesen Tagen eine Vielzahl von Flüchtlingen erwartet.

 

Wir werden heute Abend daher aktuell auch über die Planungen der Stadt Oelde zur Schaffung und Einrichtung der Notunterkunft näher berichten. Wir möchten Antworten geben auf Ihre Fragen und Sie umfassend informieren. Ich freue mich auf einen offenen Dialog."